Hitzeschutz im öffentlichen Bereich
Hohe Temperaturen und längere Hitzeperioden führen in den Kommunen und besonders in Städten zunehmend zu Gesundheitsproblemen der Bevölkerung. Im Vergleich zum ländlichen Raum können die nächtlichen Temperaturen in der Stadt um 10 Grad höher liegen. Die Hitzebelastung trifft alle Menschen quer durch die Bevölkerung. Das Spektrum der Auswirkungen reicht dabei von Einschränkungen im Wohlbefinden und der Verringerung Produktivität der Arbeitskräfte bis hin zu schwerwiegenden Hitzeerkrankungen und hitzebedingten Sterbefällen. Der Hitzeschutz aller Bevölkerungsgruppen ist daher eine wichtige Aufgabe von Kommunen.
Frimey - Ihr Ansprechpartner für kummunalen Hitzeschutz
Sie möchten Ihre Kommune mit Sonnenschutz ausstatten und somit den Bürgern sowie Touristen einen effektiven Hitzeschutz an öffentlichen Orten bieten. Frimey ist Ihr Spezialist für kummunalen Hitzeschutz im Außenbereich sowie auch im Gebäudeinneren. Wir erstellen einen passenden Plan und haben geeignete Produkte im Portfolio, somit haben Sie einen Partner bis zur fertigen Realisierung.
Was sind heiße Tage?
Der Deutsche Wetterdienst definiert einen Heißen Tag als einen Tag, dessen höchste Temperatur oberhalb von 30 Grad Celsius (°C) liegt. Die durchschnittliche Anzahl an Heißen Tage pro Jahr hat von 1951 bis 2022 um 8,6 Tage zugenommen. Dabei gibt es starke regionale Unterschiede , besonders betroffen ist der Osten und der Südwesten Deutschlands. Die im Zeitraum 1951 bis 2022 meisten Heißen Tage wurden im Jahr 2018 mit 20 Tagen verzeichnet.
Wann spricht man von Hitzewellen?
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert eine Hitzewelle als eine „mehrtägige Periode mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung. Eine Hitzewelle ist ein Extremereignis, welches die menschliche Gesundheit, die Ökosysteme und die Infrastruktur schädigen kann.“ Eine Untersuchung des DWD hat gezeigt, dass lange Hitzeperioden von mindestens 14 Tagen und einem mittleren Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30°C in Deutschland vor 1990 selten vorkamen, besonders in Norddeutschland. In Hamburg wurde ein solches Ereignis 1994 das erste Mal überhaupt registriert. Seit Beginn des 21. Jahrhundert werden Hitzewellen nach dieser Definition immer häufiger.
Was sind Tropennächte?
Eine Tropennacht ist eine Nacht, in der das Minimum der Lufttemperatur 20 °C oder mehr beträgt, also eine Nacht, in der es nicht kälter als 20 °C wird.
Tropennächte sind aus medizinischer Sicht problematisch für den Menschen und gelten als besonders belastend für ältere und körperlich geschwächte Menschen. Die hohen nächtlichen Temperaturen erschweren zudem das Kühlen der Innenräume durch nächtliches Lüften.
Tropennächte treten in Deutschland noch selten auf. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts werden aber immer häufiger Tiefsttemperaturen nicht unter 20 °C gemessen.
In Heidelberg wurden im Zeitraum 1981-2010 durchschnittlich 4,5 Tropennächte beobachtet. In Jahren mit sehr heißen Sommern wie 2003 wurden auch über 10 Tropennächte beobachtet, z. B. 2003 in Kehl bei Straßburg, wo 21 Tropennächte gemessen wurden.
Was sind Sommertage?
Ein Sommertag ist ein Tag, an dem die Tageshöchsttemperatur 25°C oder mehr erreicht. Die Menge der Sommertage enthält auch die Untermenge der Heißen Tage.
Zwischen 1951 und 2022 hat die mittlere Anzahl an Sommertagen um 24,2 Tage zugenommen. Die meisten Sommertage gab es im Jahr 2018, in dem an 74,7 Tagen 25°C oder mehr erreicht wurden. Das sind fast doppelt so viele Tage wie im 30-jährigen Mittel zwischen 1991 und 2020.
Was ist ein kommunaler Hitzeaktionplan?
Der Klimawandel mit weitreichenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit erfordert eine systematische Auseinandersetzung mit den gesundheitlichen Auswirkungen von extremer Hitze und Hitzewellen für den Menschen und deren Folgen für die Gesellschaft. Ein wichtiges Instrument zur Prävention der gesundheitlichen Folgen stellt ein Hitzeaktionsplan dar. Ein kommunaler Hitzeaktionsplan trägt dazu bei, das Risiko hitzebedingter Krankheiten und Todesfälle zu verringern.
Ein kommunaler Hitzeaktionsplan ist ein Dokument, das Maßnahmen zusammenfasst, um auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu reagieren und diese zu verringern. Der Prozess zur Erstellung eines Hitzeaktionsplans bringt dabei ein breites Spektrum kommunaler Akteur*innen aus den verschiedensten Institutionen, Sektoren und der Zivilgesellschaft zusammen, um die Koordination und Zusammenarbeit vor, während und nach einer Hitzewelle zu verbessern.
Den Kern eines Hitzeaktionsplans bildet ein Maßnahmenkatalog mit kurz-, mittel- und langfristigen Hitzeschutzmaßnahmen, in dem die Zuständigkeiten, Aufgaben und Kommunikation zwischen den kommunalen Akteur*innen festgelegt werden. Welche Maßnahmen im Hitzeaktionsplan sinnvoll sind, variiert von Kommune zu Kommune und hängt von den jeweiligen ortsspezifischen Gegebenheiten ab.
Was sind „Hitze-Hotspots“?
Die Hitzebelastung und deren gesundheitliche Auswirkungen für Menschen zeigen sich in einer Stadt räumlich differenziert. Das Gesundheitsrisiko ist besonders hoch, wo die Hitzebelastung auf sensitive Stadtgebiete trifft. Hierzu gehören Gebiete mit einer hohen Bevölkerungsdichte, mit einem hohen Anteil an älteren Menschen oder Kindern, mit einer Vielzahl an sensitiven Nutzungen (z. B. Kindergärten, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser) sowie Gebiete mit einer unzureichenden Grünversorgung.
Auswirkunge von Hitze in den verschiedenen öffentlichen Bereichen
In all diesen Bereichen kann und muss Sonnenschutz integriert werden, um zukünftig den Hitzeperioden standzuhalten, sodass ein reibungsloser Kreislauf möglich ist.
Verkehr, Industrie und Gewerbe
In Städten mit hohem Verkehrsaufkommen, Industrie und anderen Quellen der Luftbelastung kommt es insbesondere während heißer Sommermonate bei hohen Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung durch chemische Reaktionen zwischen Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) zur Bildung von bodennahem Ozon („Sommer-Smog“). Dabei handelt es sich um ein starkes Reizgas, das Atemwegsreizungen, Kurzatmigkeit und Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis verschlimmern kann.
Energieversorgung
Eine stabile Energieversorgung ist wichtig, um die Kühlung in Gebäuden, insbesondere in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Gesundheitseinrichtungen, aufrechtzuerhalten. Wenn die Klimaanlagen nicht ordnungsgemäß funktionieren oder es zu Stromausfällen kommt, können sich die Innenräume schnell aufheizen, was gesundheitliche Probleme für vulnerable Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen verschärfen kann.
Parks und Grünflächen
Parks und Grünflächen bieten Raum für Entspannung, Erholung und Freizeitaktivitäten und ermöglichen es den Menschen, sich von stressigen Alltagssituationen zu erholen und ihre mentale und körperliche Gesundheit zu verbessern. Extreme Hitze, gekoppelt mit hoher Sonneneinstrahlung und Wassermangel, führt zu erhöhtem Hitzestress bei den Pflanzen, was im Extremfall zum Absterben von Pflanzen führen kann. Dies kann die Attraktivität öffentlicher Grünanlagen verringern und die Erholungsmöglichkeiten beeinträchtigen.
Wasserversorgung
Langanhaltende Hitze- und Trockenperioden führen zu einem erhöhten Wasserverbrauch, da Menschen vermehrt Wasser zum Duschen, zur Gartenbewässerung und für andere kühlende Zwecke benötigen. Wenn die Wasserversorgung nicht ausreichend ist, kann dies zu Trinkwasserknappheit führen.
Abfallentsorgung
Hohe Temperaturen verstärken den Verwesungsprozess von Abfällen, insbesondere von organischen Abfällen, die in Biotonnen gesammelt werden. Bei extremer Hitze kommt es dabei zu unangenehmen Geruchsbelästigungen und zur Verschlechterung der Luftqualität in der Nähe der Abfallbehälter mit Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Insbesondere Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma können empfindlich auf diese Belastung reagieren.
Soziales Zusammenleben
Während extremer Hitzetage und längeren Hitzewellen neigen Menschen dazu, ihrer Aktivitäten einzuschränken und sich weniger im Freien aufhalten. Stattdessen suchen Menschen nach kühleren Innenräumen oder verlagern ihre Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Dies kann dazu führen, dass Menschen weniger Zeit miteinander verbringen, sich weniger treffen oder gemeinsame Aktivitäten reduzieren. Dies kann insbesondere bei älteren Menschen zu Isolation und Einsamkeit führen.